Schwerpunkte
Um den besonderen Bedürfnissen einiger unserer Schüler*innen noch besser gerecht werden zu können, haben wir folgende Schwerpunktsetzungen:
Wenn sich ein Mensch nicht oder nur eingeschränkt mitteilen kann, ist es für ihn schwierig an der Gesellschaft teilzuhaben, selbstständig zu werden und soziale Kompetenzen zu erwerben. Viele Kinder und Jugendliche an unserer Einrichtung brauchen Unterstützung, um sich verständlich äußern zu können oder kommunizieren zu lernen. Es gehört zu unseren grundlegenden Prinzipien, diese Kinder und Jugendlichen mit Maßnahmen aus der sogenannten Unterstützten Kommunikation zu fördern.
Zur Unterstützten Kommunikation (UK) gehören Hilfen wie beispielsweise:
- Gebärden
- Bildsymbole und Bildtafeln
- Ich-Bücher und Kommunikationsbücher
- elektronische Kommunikationshilfen
An unserer Einrichtung verwenden wir Gebärden aus den Gebärdensammlungen GUK, „Schau doch meine Hände an!“ und DGS (Deutsche Gebärdensprache). Diese Gebärdensammlung ist in jeder Klasse verfügbar. Die Bildsymbole entnehmen wir entweder der Bildersammlung Metacom oder Boardmaker.
Um diesem Auftrag an unserer Einrichtung möglichst gut gerecht zu werden,
- werden jeden Montag im Morgenkreis Begriffe aus dem Alltag als „Gebärden der Woche“ gezeigt und geübt. So sollen die Gebärden klassenübergreifend im Schulalltag verankert werden.
- treffen sich Kinder und Jugendliche mit "Talker" regelmäßig zum gemeinsamen Austausch: Informationen zur Talker-Gruppe
- sind die einzelnen Räume auch mit Bildsymbolen beschildert.
- gibt es einen Arbeitskreis Kommunikation, der UK-Ideen für Schule und Tagesstätte realisiert, sich über neue technische Entwicklungen informiert und sich zu individuellen UK-Themen austauscht.
- gibt es ein Beratungsangebot zu individuellen UK-Maßnahmen durch zwei UK-Koordinator*innen.
- können verschiedene einfache elektronische Hilfen zur individuellen Erprobung ausgeliehen werden.
- gibt es regelmäßige Fortbildungsangebote für Mitarbeiter*innen und eine UK-Wand mit aktuellen Informationen.
- besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Elektronische Hilfen und Computer
METACOM Symbole ©Annette Kitzinger
(Treatment and Education of Autistic and related Communikation handicapped CHildren) bedeutet übersetzt: Die Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikations-behinderter Kinder
Das für Menschen mit Autismus in den USA entwickelte Prinzip findet in vielen Klassenzimmern Anwendung. Darüber hinaus gibt es an der Christophorus-Schule aber auch einen so genannten "TEACCH-Raum" als zusätzliches Angebot.
Dieser Raum ist für die Schüler*innen so vorbereitet, dass sie an einem reizarmen, abgeschirmten Arbeitsplatz arbeiten können. Ein hohes Maß an Strukturierung und Visualisierung unterstützt sie beim Arbeiten. Das bedeutet, ihnen ist zu jeder Zeit klar:
• Was ist zu tun?
• Wie viel ist zu tun?
• Wann ist eine Aufgabe beendet?
• Was kommt nach der Aufgabe?
Diese Prinzipien gelten auch für die Arbeitsmaterialien, die den Schüler*innen zur Verfügung stehen. So lernen sie eine Arbeitshaltung aufzubauen und entsprechend ihrer Möglichkeiten Kenntnisse aus den Bereichen Mathematik und Deutsch zu erwerben.
Für manche Schüler*innen ist es nicht immer möglich im Klassenverband zu lernen. Für diese ist das Angebot des TEACCH-Raums eine wichtige Ergänzung, um entsprechend ihrer Bedürfnisse lernen zu können.
ProDeMa ist eine Abkürzung für Professionelles Deeskalationsmanagement.

Zwei unserer Lehrkräfte haben beim ProDeMa-Institut eine Ausbildung gemacht. Jetzt ist es ihre Aufgabe, dass sich alle an der Christophorus-Schule und in der heilpädagogischen Tagesstätte sicher und wohlfühlen können – die Schüler und die Mitarbeiter.
Was ist das Ziel von ProDeMa?
Manchmal haben Kinder so viel Stress, dass sie sehr wütend werden. Sie schreien, hauen oder treten vielleicht. ProDeMa hilft den Erwachsenen, in solchen Momenten ruhig zu bleiben und dem Schüler oder der Schülerin zu helfen, anstatt zum Beispiel zu bestrafen.

Die 3 wichtigen Schritte bei ProDeMa
- Vorbeugen (Verstehen, was los ist)
Bevor es zum Streit kommt, schauen die Lehrer genau hin:
- Hat das Kind Hunger oder Schmerzen?
- Ist es im Klassenzimmer zu laut?
- Versteht das Kind die Aufgabe nicht?
- Das Ziel: Den Stress stoppen, bevor die Wut groß wird.
- Beruhigen (Reden und Da-sein)
Wenn ein Kind wütend wird, lernen die Erwachsenen bei ProDeMa:
- Leise und ruhig sprechen.
- Genug Abstand halten (nicht zu nah herangehen).
- Geduldig sein und dem Kind Zeit geben, sich zu beruhigen.
- Sicherheit (Schutz-Techniken)
Wenn ein Kind sich selbst oder andere in Gefahr bringt, müssen die Erwachsenen handeln. Bei ProDeMa lernen sie spezielle Griffe.
- Diese Griffe tun nicht weh.
- Sie dienen nur dazu, das herausfordernde Verhalten des Kindes abzuwehren oder es festzuhalten, bis es wieder ruhig ist.
- Niemand soll verletzt werden.
Warum ist das in der Christophorus-Schule so wichtig?
Unsere Schülerinnen und Schüler können oft nicht gut „sagen“, was sie brauchen. Ihre Wut ist meistens ein Zeichen von Hilflosigkeit.
ProDeMa hilft den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese „Sprache der Wut“ zu verstehen. So bleibt die Beziehung zwischen den Erwachsenen und den Schülerinnen bzw. Schülern gut, auch wenn es mal schwierig war.
Wichtig: Nach einem Vorfall wird immer gemeinsam überlegt: Was können wir beim nächsten Mal besser machen, damit das Kind gar nicht erst so wütend werden muss?
Es ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen für ihn angemessene und positive Kontakte zu erleben. Deshalb bemühen wir uns die sozialen Kompetenzen unserer Schüler*innen auf vielfältige Weise zu fördern wie durch klassenbezogene Trainingsprogramme wie „Lubo aus dem All“ bei den jüngeren oder Klassenkonferenzen bei den älteren Schüler*innen.
Einige Jugendliche der Mittelschulstufe lassen sich als Streitschlichter*innen ausbilden. Grundlage ist das Streitschlichterkonzept von Rainer Kühlewind. Das Konzept wurde speziell für unsere Schulform entwickelt und erprobt. Die Schlichtung findet nach einem festen Ablauf statt. Die Streitenden melden sich bei den Streitschlichter*innen an. Diese versuchen dann gemeinsam mit den Streitenden eine Lösung zu finden. Informationen zu Projekt Streitschlichter*innen
Schüler*innen, die einen erhöhten Förderbedarf im Bereich emotional-soziale Entwicklung haben, können einmal in der Woche an einem speziellen Trainingsprogramm „Locker bleiben“ teilnehmen. Dabei üben sie auf spielerische und handlungsorientierte Weise ihr Befinden zu reflektieren und ihre Emotionen zu regulieren. Informationen zum Projekt Locker bleiben
Manchmal kann ein Kind in der eigenen Klasse gerade nicht gut lernen. Dann kann es in seine Gastklasse gehen und dort arbeiten. Es hat dafür eine Mappe mit Aufgaben, die es mitnimmt und einen Rückmeldebogen. Auf dem Rückmeldebogen steht, wie lange das Kind dort bleiben soll und wie es in der Gastklasse gearbeitet hat. Der Besuch der Gastklasse ist keine Strafe sondern nur ein anderer Lernort. Am Anfang des Schuljahres sucht sich jedes Kind eine Gastklasse aus, in die es gehen möchte. Informationen zum Projekt Gastklasse