Aktuelles
Lebenshilfe Würzburg feiert 60-jähriges Jubiläum
1966 wurde die Lebenshilfe Würzburg mit einer klaren Vision gegründet: Kindern und jungen Menschen mit geistiger Behinderung Bildung, Förderung und eine Perspektive zu ermöglichen. Damals standen Menschen mit Behinderung häufig am Rand der Gesellschaft.
„Heute ist Inklusion, Selbstbestimmung und Teilhabe eine Selbstverständlichkeit für uns“, so Geschäftsführerin Martina Sponholz. „Dieser Wandel ist nicht von allein entstanden. Er wurde von vielen engagierten Menschen gestaltet und unsere Einrichtung hat dazu über sechs Jahrzehnte einen wichtigen Beitrag geleistet.“
Inzwischen berät und begleitet die Lebenshilfe Würzburg Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebensphasen und Lebensbereichen: von der 2023 gegründeten inklusiven Kindertagesstätte Haus am Bach über die Christophorus-Schule mit Schulvorbereitender Einrichtung und Heilpädagogischer Tagesstätte bis hin zu den Ambulanten Diensten und dem Büro für Leichte Sprache.
Auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und dem sozialen Bereich folgten der Einladung zum Jubiläumsfest, darunter Landrat Thomas Eberth, der stv. Regierungspräsident Thomas Schiebel, die Geschäftsleiterin der Sozialverwaltung des Bezirks Unterfranken Viola von Brunn, MdL Kerstin Celina, MdL Volkmar Halbleib, MdL Björn Jungbauer, die Sozialreferentin Eva von Vietinghoff-Scheel, die Stadträtin und CSU-Fraktionsvorsitzende Rena Schimmer, die Inklusionsbeauftragte der Stadt Würzburg Dr. Sandra Michel, die Behindertenbeauftragen Rosa Behon und Julian Wendel sowie Dieter Körber und Simon Haupt vom Unternehmensverbund Mainfränkische.
Martina Sponholz bedankte sich vor allem bei den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern von Kostenträgern und Behörden, die die Arbeit der Lebenshilfe seit vielen Jahren als wichtige Finanzierungs- und Projektpartner begleiten, sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und kommunaler Verwaltung, die sich dafür einsetzen, dass die Belange von Menschen mit Behinderung Gehör finden und soziale Einrichtungen die notwendigen Rahmenbedingungen erhalten.
Ein zentrales Projekt der vergangenen Jahre war der geplante Neubau der Christophorus-Schule. Trotz zahlreicher Rückschläge gelang nach intensiven Verhandlungen nicht nur ein Durchbruch in Bezug auf die Finanzierung der Projektsteuerung, sondern es wurde auch eine bayernweite Regelung geschaffen, von der künftig auch andere Förderschulen profitieren werden.
Trotz aller Erfolge sieht sich die Lebenshilfe Würzburg mit erheblichen zukünftigen Herausforderungen konfrontiert. Wolfgang Trosbach machte deutlich, dass soziale Einrichtungen vor großen finanziellen und strukturellen Herausforderungen stehen. Damit Menschen mit Behinderung auch künftig verlässliche Unterstützung erhalten, brauche es auskömmliche Rahmenbedingungen und eine langfristig tragfähige Finanzierung.
Besonders deutlich werde dies bei dringend notwendigen Bauprojekten. Für Sanierungen und Neubauten müssen freie Träger erhebliche Eigenmittel aufbringen. Beim geplanten Neubau der Christophorus-Schule läge der Eigenanteil der Lebenshilfe Würzburg im zweistelligen Millionenbereich: eine Summe, die der Verein aus eigener Kraft nicht finanzieren könne.
Mit Sorge blickt die Lebenshilfe außerdem auf den aktuellen Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz. Nach den bisherigen Plänen könnten Leistungen der Verhinderungspflege deutlich eingeschränkt werden. Gerade Familien, die auf diese Unterstützung angewiesen sind, etwa wenn pflegende Angehörige vorübergehend entlastet werden müssen, wären davon unmittelbar betroffen. Auch die vorgesehenen Kürzungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger bewertet die Lebenshilfe kritisch. Sie fordert deshalb, Reformen gemeinsam mit den betroffenen Menschen und ihren Familien zu entwickeln.
Neben den finanziellen und politischen Rahmenbedingungen bleibt auch die Personalgewinnung eine zentrale Zukunftsaufgabe. In den kommenden Jahren werden zahlreiche erfahrene Mitarbeitende altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Um die Qualität der Angebote dauerhaft sichern zu können, braucht es deshalb wirksame Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.
Sechs Jahrzehnte nach ihrer Gründung bleibt die Lebenshilfe Würzburg ihrem Auftrag treu: Menschen mit Behinderung und ihre Familien zu begleiten, Teilhabe zu ermöglichen und sich auch künftig mit Nachdruck für ihre Interessen einzusetzen.
Fotos: Diana Bernatska
Tischtennis-Silber für Szebasztian Miroskin

45 Jahre Lebenshilfe Würzburg und SD Worx

Inklusiver Fahrradausflug verbindet Menschen mit und ohne Behinderung
Eine Gruppe von rund 30 fahrradbegeisterten Teilnehmenden mit und ohne Behinderung radelte gemeinsam auf dem Main- und Gaubahnradweg und legte dabei über sechzig Kilometer zurück. Eine Stärkung und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch gab es mittags im Brückenbaron in Bolzhausen.
Die Tour war Teil des Tourenprogramms 2026 des ADFC Würzburg/Kitzingen. Weitere gemeinsame Aktionen sind bereits in Planung.


Schreib für Leichte Sprache offenbart großen Bedarf an verständlichen Texten
Unter dem Motto „Schreib für Leichte Sprache“ nahmen Menschen und Einrichtungen aus ganz Deutschland teil und zeigten damit: Leichte Sprache fehlt noch immer in vielen Bereichen des täglichen Lebens.
Leichte Sprache ist eine stark vereinfachte Form des Deutschen, die einem festen Regelwerk folgt. Sie ermöglicht Millionen Menschen den Zugang zu Informationen und damit zu mehr Mitsprache und Selbstbestimmung im Alltag. Zur Zielgruppe der Leichten Sprache gehören beispielsweise Menschen mit Behinderungen, ältere Personen oder Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.
In den vergangenen Wochen haben Nutzer*innen von Leichter Sprache ihre Wünsche auf Aktions-Postkarten geschrieben, die vorab beim Büro für Leichte Sprache Würzburg bestellt werden konnten. Welche Texte soll es in Leichter Sprache geben? Die Antworten sind vielfältig: ein medizinischer Befund, ein Arbeitsvertrag oder auch ein Theaterprogramm. Besonders in den Bereichen Gesundheit, Wohnen, Arbeit sowie Kunst und Kultur gibt es einen großen Bedarf an verständlichen Texten.
Anschließend wurden die Postkarten an Behörden, Museen, Krankenkassen, Vereine und viele weitere Stellen verschickt, die oft schwer verständlichen Texte herausgeben. Die Postkarten-Aktion „Schreib für Leichte Sprache“ will Einrichtungen dazu motivieren, den Bedarf an Leichter Sprache ernst zu nehmen. Sie soll den Einrichtungen auch zeigen, welche konkreten Angebote in Leichter Sprache die Zielgruppe braucht, um teilhaben zu können. Für manche Einrichtungen ist die Aktion der erste Impuls, sich mit Leichter Sprache auseinanderzusetzen. Für andere ist sie der entscheidende Anstoß, um konkrete Angebote umzusetzen.
„Wir freuen uns sehr, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen aus ganz Deutschland an unserer Postkartenaktion teilnehmen und sich mit uns für Leichte Sprache stark machen“, sagen Elena Husel und Julia Bartenstein vom Büro für Leichte Sprache Würzburg. „Die rege Beteiligung macht den großen Bedarf an sprachlicher Barrierefreiheit deutlich.“

Foto: Torsten Repper
Besuch bei der Regierung von Unterfranken
Drüber hinaus hat Wolfgang Raps über das Thema Katastrophenschutz berichtet. Die Jugendlichen waren interessiert und haben viele Nachfragen gestellt. Die Atmosphäre im großen Sitzungssaal war sehr beeindruckend. Zum Schluss gab es noch ein gemeinsames Foto mit Frau Walter, die für alle Schulen im Regierungsbezirk Unterfranken zuständig ist.


