Junger Mann mit Behinderung und seine Assistentin. Die Assistenz beim Wohnen der Lebenshilfe Würzburg e.V. unterstützt erwachsene Menschen mit Behinderung bei selbstständigen und selbstbestimmtenWohnen.
Ein lächelnder Junge in einem Klassenraum. Die Christophorus-Schule der Lebenshilfe Würzburg ist ein privates Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung
Zwei lächelnde Frauen mit und ohne Behinderung sitzen gemeinsam am Frühstückstisch.

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Lebenshilfe warnt vor drohendem Sozialabbau

Bund, Länder und Kommunen haben im Juni 2026 Empfehlungen zur Änderung der Eingliederungshilfe vorgelegt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erarbeitet darauf aufbauend über den Sommer einen Gesetzentwurf. Parallel liegen Reformvorschläge für die Pflegeversicherung und die Kinder- und Jugendhilfe vor. Nach Einschätzung der Lebenshilfe drohen durch die geplanten Änderungen Leistungskürzungen, die den Alltag vieler Familien mit Unterstützungsbedarf erheblich erschweren würden.

Verhinderungspflege: Wegfall wichtiger Entlastung für Angehörige droht

Besonders kritisch bewertet die Lebenshilfe den geplanten Wegfall der Verhinderungspflege. Bislang können pflegende Angehörige diese Leistung nutzen, um sich stunden- oder tageweise entlasten zu lassen, etwa für Arzttermine, Einkäufe oder dringend notwendige Erholungsphasen. Nach den aktuellen Reformplänen soll diese Möglichkeit ab 2027 entfallen.

Gleichzeitig soll der bisherige Entlastungsbetrag in ein sogenanntes Sozialraumbudget überführt werden. Dieses könnte künftig nicht mehr über mehrere Monate angespart werden. Für viele Familien würden damit wichtige Möglichkeiten wegfallen, um längere Entlastungsangebote oder Urlaubsaufenthalte zu finanzieren.
Auch die geplante Kürzung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige um 30 Prozent sieht die Lebenshilfe mit großer Sorge. Viele Angehörige reduzieren ihre Erwerbstätigkeit über viele Jahre, um die Pflege zu übernehmen. Eine geringere Absicherung erhöht das Risiko von Altersarmut.

Konkrete Folgen: Wenn Entlastung und Teilhabe wegfallen

Welche Auswirkungen die geplanten Änderungen im Alltag haben könnten, zeigen folgende Beispiele aus der Praxis:

Inge nutzt den Familienunterstützenden Dienst (FUD): Eine Ehrenamtliche übernimmt einmal in der Woche ihre Betreuung und Pflege. Inges Familie macht in dieser Zeit Einkäufe und bekommt eine kurze Auszeit.

Wenn die Verhinderungspflege ab 2027 wegfällt, kann Inge den FUD nicht mehr darüber bezahlen.

Die pflegenden Angehörigen von Bernd brauchen Zeit, um sich zu erholen und Kraft für den Alltag zu schöpfen. Deshalb übernimmt eine andere Person die Pflege für Bernd in einer Woche im August. Dafür spart Bernd den Entlastungsbetrag über mehrere Monate an. Oder er nutzt die Verhinderungspflege.

Wenn die Verhinderungspflege ab 2027 wegfällt, kann Bernd diese nicht mehr nutzen. Und Bernd kann den Entlastungsbetrag nicht mehr ansparen.

Lebenshilfe ruft zu politischem Engagement auf

Die Reform ist noch nicht beschlossen. Deshalb ruft die Lebenshilfe Würzburg Betroffene, Angehörige und Unterstützer*innen dazu auf, aktiv zu werden:

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Literatur verbindet – 200.500 Euro für mehr kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Würzburg

Der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Stadt und Landkreis Würzburg e.V. kann sich über eine zweckgebundene Förderung der DEUTSCHEN FERNSEHLOTTERIE in Höhe von 200.500 Euro freuen. Die Zuwendung Deutschlands traditionsreichster Soziallotterie ermöglicht die Umsetzung des Projekts „Literatur für alle: lesen, schreiben, mitmachen in Würzburg“.

Mit den Fördermitteln werden anteilig die Personalkosten für das Projektmanagement, Honorarkosten sowie projektbezogene Sachkosten finanziert. Die Gesamtkosten des sozialen Vorhabens belaufen sich auf über 251.000 Euro. Der Projektstart ist für Oktober 2026 vorgesehen, die Finanzierung ist bis Ende September 2029 sichergestellt.

„Dass die DEUTSCHE FERNSEHLOTTERIE die Umsetzung unserer Idee ermöglicht, ist für uns ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion. Dafür danken wir allen Mitspielerinnen und Mitspielern für jeden einzelnen Spieleinsatz bei der bekannten Soziallotterie. Literatur eröffnet Welten – doch viele Menschen mit Behinderung in und um Würzburg erleben bis heute, dass ihnen der Zugang zu kulturellen Angeboten erschwert wird. Wir werden bestehende Literaturangebote in Würzburg inklusiver gestalten und zeigen, dass kulturelle Teilhabe nur dann gelingt, wenn ganz selbstverständlich an alle Menschen gedacht wird“, erklärt Martina Sponholz, Geschäftsführerin des Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Stadt und Landkreis Würzburg e.V.

Menschen mit Behinderung sind im kulturellen Leben noch immer unterrepräsentiert. Literaturveranstaltungen setzen häufig ausgeprägte Lese- und Schreibkompetenzen voraus. Viele Angebote in Leichter oder Einfacher Sprache sind den Betroffenen kaum bekannt. Hinzu kommen Unsicherheiten und Ängste vor Ausgrenzung oder Stigmatisierung. Dadurch bleiben wertvolle Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe und des gesellschaftlichen Austauschs oft ungenutzt. Genau hier setzt das neue Angebot der Lebenshilfe in Würzburg an.

Mit einem inklusiven Leseclub sollen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Literatur erleben und an öffentlichen Orten wie Cafés oder Büchereien miteinander ins Gespräch kommen. In einem Schreibclub werden Personen mit Kommunikationseinschränkungen in einem geschützten und kreativen Umfeld eigene Texte kreieren können und so ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten möglich machen. Ergänzend wird ein Eventclub, der die Teilnehmenden gezielt auf Lesungen, Literaturfestivals und kulturelle Veranstaltungen in Würzburg vorbereitet, ins Leben gerufen. Gemeinsam werden literarische Inhalte verständlich aufbereitet, Veranstaltungsorte kennengelernt und Erfahrungen anschließend reflektiert. So können bestehende Barrieren Schritt für Schritt abgebaut und Menschen mit Behinderung als selbstverständlicher Teil des kulturellen Lebens der Universitätsstadt sichtbar gemacht werden.

„Kulturelle Teilhabe ist ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe. Das Würzburger Projekt eröffnet Menschen mit Behinderung neue Möglichkeiten, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, Literatur gemeinsam zu erleben und ihre Perspektiven sichtbar zu machen. Damit stärkt es Selbstbewusstsein, Begegnung und Inklusion gleichermaßen. Genau solche Projekte zeigen, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt wachsen kann. Deshalb unterstützen wir dieses Engagement in Franken sehr gerne“, so Stephan Masch, Repräsentant der DEUTSCHEN FERNSEHLOTTERIE.

 

 

Im Jubiläumsjahr 2026 feiert die DEUTSCHE FERNSEHLOTTERIE ihr 70-jähriges Bestehen und steht somit seit 1956 für das Motto „Gewinnen & Helfen“. 755.000 Personen konnten sich im Jahr 2025 über einen Gesamtgewinn von mehr als 45 Millionen Euro freuen. 90 von ihnen gewannen mehr als 100.000 Euro, und 11-mal gab es einen Millionengewinner. Mit jedem Spieleinsatz fördern die Mitspielerinnen und Mitspieler gleichzeitig soziale Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung oder schwerer Erkrankung, wohnungslose Menschen, Geflüchtete sowie Initiativen im Quartier. Mindestens 30 Prozent der Spielerlöse der gemeinnützigen DEUTSCHEN FERNSEHLOTTERIE GmbH fließen jedes Jahr über die gemeinnützige Stiftung Deutsches Hilfswerk in den guten Zweck. In sieben Jahrzehnten hat sich die DEUTSCHE FERNSEHLOTTERIE von einer einzigartigen Idee zur traditionsreichsten Soziallotterie Deutschlands entwickelt. In diesem Zeitraum konnten über 11.500 soziale Vorhaben mit mehr als 2,2 Milliarden Euro gefördert werden. Allein im Jahr 2025 wurden über 70 Millionen Euro an mehr als 400 karitative Projekte in Deutschland ausgeschüttet. Auf den Freistaat Bayern entfielen dabei 52 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 10,2 Millionen Euro. In den vergangenen zehn Jahren konnten so insgesamt 455 soziale Vorhaben mit 66,9 Millionen Euro in Bayern unterstützt werden.

Foto: Max Thümmel

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Lebenshilfe Würzburg feiert 60-jähriges Jubiläum

Am 9. Juli 2026 feierte die Lebenshilfe Würzburg ihr 60-jähriges Bestehen im Würzburger Hofbräukeller. Die Veranstaltung war ein Dankeschön an die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, deren täglicher Einsatz die zahlreichen Angebote der Lebenshilfe Würzburg erst möglich macht. Neben dem Rückblick auf sechs Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit thematisierten der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Trosbach und die Geschäftsführerin Martina Sponholz in ihren Reden auch die Herausforderungen, vor denen die Lebenshilfe Würzburg in den kommenden Jahren stehen wird.

1966 wurde die Lebenshilfe Würzburg mit einer klaren Vision gegründet: Kindern und jungen Menschen mit geistiger Behinderung Bildung, Förderung und eine Perspektive zu ermöglichen. Damals standen Menschen mit Behinderung häufig am Rand der Gesellschaft.

„Heute ist Inklusion, Selbstbestimmung und Teilhabe eine Selbstverständlichkeit für uns“, so Geschäftsführerin Martina Sponholz. „Dieser Wandel ist nicht von allein entstanden. Er wurde von vielen engagierten Menschen gestaltet und unsere Einrichtung hat dazu über sechs Jahrzehnte einen wichtigen Beitrag geleistet.“

Inzwischen berät und begleitet die Lebenshilfe Würzburg Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebensphasen und Lebensbereichen: von der 2023 gegründeten inklusiven Kindertagesstätte Haus am Bach über die Christophorus-Schule mit Schulvorbereitender Einrichtung und Heilpädagogischer Tagesstätte bis hin zu den Ambulanten Diensten und dem Büro für Leichte Sprache.

Auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und dem sozialen Bereich folgten der Einladung zum Jubiläumsfest, darunter Landrat Thomas Eberth, der stv. Regierungspräsident Thomas Schiebel, die Geschäftsleiterin der Sozialverwaltung des Bezirks Unterfranken Viola von Brunn, MdL Kerstin Celina, MdL Volkmar Halbleib, MdL Björn Jungbauer, die Sozialreferentin Eva von Vietinghoff-Scheel, die Stadträtin und CSU-Fraktionsvorsitzende Rena Schimmer, die Inklusionsbeauftragte der Stadt Würzburg Dr. Sandra Michel, die Behindertenbeauftragen Rosa Behon und Julian Wendel sowie Dieter Körber und Simon Haupt vom Unternehmensverbund Mainfränkische.

Martina Sponholz bedankte sich vor allem bei den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern von Kostenträgern und Behörden, die die Arbeit der Lebenshilfe seit vielen Jahren als wichtige Finanzierungs- und Projektpartner begleiten, sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und kommunaler Verwaltung, die sich dafür einsetzen, dass die Belange von Menschen mit Behinderung Gehör finden und soziale Einrichtungen die notwendigen Rahmenbedingungen erhalten.

Ein zentrales Projekt der vergangenen Jahre war der geplante Neubau der Christophorus-Schule. Trotz zahlreicher Rückschläge gelang nach intensiven Verhandlungen nicht nur ein Durchbruch in Bezug auf die Finanzierung der Projektsteuerung, sondern es wurde auch eine bayernweite Regelung geschaffen, von der künftig auch andere Förderschulen profitieren werden.

Trotz aller Erfolge sieht sich die Lebenshilfe Würzburg mit erheblichen zukünftigen Herausforderungen konfrontiert. Wolfgang Trosbach machte deutlich, dass soziale Einrichtungen vor großen finanziellen und strukturellen Herausforderungen stehen. Damit Menschen mit Behinderung auch künftig verlässliche Unterstützung erhalten, brauche es auskömmliche Rahmenbedingungen und eine langfristig tragfähige Finanzierung.

Besonders deutlich werde dies bei dringend notwendigen Bauprojekten. Für Sanierungen und Neubauten müssen freie Träger erhebliche Eigenmittel aufbringen. Beim geplanten Neubau der Christophorus-Schule läge der Eigenanteil der Lebenshilfe Würzburg im zweistelligen Millionenbereich: eine Summe, die der Verein aus eigener Kraft nicht finanzieren könne.

Mit Sorge blickt die Lebenshilfe außerdem auf den aktuellen Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz. Nach den bisherigen Plänen könnten Leistungen der Verhinderungspflege deutlich eingeschränkt werden. Gerade Familien, die auf diese Unterstützung angewiesen sind, etwa wenn pflegende Angehörige vorübergehend entlastet werden müssen, wären davon unmittelbar betroffen. Auch die vorgesehenen Kürzungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger bewertet die Lebenshilfe kritisch. Sie fordert deshalb, Reformen gemeinsam mit den betroffenen Menschen und ihren Familien zu entwickeln.

Neben den finanziellen und politischen Rahmenbedingungen bleibt auch die Personalgewinnung eine zentrale Zukunftsaufgabe. In den kommenden Jahren werden zahlreiche erfahrene Mitarbeitende altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Um die Qualität der Angebote dauerhaft sichern zu können, braucht es deshalb wirksame Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Sechs Jahrzehnte nach ihrer Gründung bleibt die Lebenshilfe Würzburg ihrem Auftrag treu: Menschen mit Behinderung und ihre Familien zu begleiten, Teilhabe zu ermöglichen und sich auch künftig mit Nachdruck für ihre Interessen einzusetzen.

 

Hier finden Sie einen Beitrag von TV Mainfranken zum Jubiläumsfest.

Fotos: Diana Bernatska

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Tischtennis-Silber für Szebasztian Miroskin

Unser Tischtennis-Talent Szebasztian Miroskin hat wieder abgeräumt! Er gewann bei den Special Olympics 2026 die Silbermedaille. Somit gehört er zu den Besten von 345 Tischtennisspieler*innen, die aus ganz Deutschland angereist sind.

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45 Jahre Lebenshilfe Würzburg und SD Worx

Seit unglaublichen 45 Jahren ist die Lebenshilfe Würzburg Kunde bei SD Worx, einem international tätigen Dienstleistungsunternehmen im Bereich Human Ressources. Um dieses Jubiläum gemeinsam zu feiern, waren Elizabeta Ugljesa und Thomas Walther zu Besuch in der Mainaustraße 38 und hatten jede Menge Geschenke dabei:
Eine sehr leckere Erdbeertorte, Goodiebags, Karten für die SD Works Personaltagung in Frankfurt und - passend zur Fußball-WM - mehrere Tischkickersets für die Kinder und Jugendlichen der Christophorus-Schule.
 
Der Besuch, bei dem die Geschäftsführung, die Personalabteilung sowie die Öffentlichkeitarbeit der Lebenshilfe dabei waren, war darüber hinaus eine hervorragende Gelegenheit, sich persönlich über Arbeitsabläufe auszutauschen und die Weichen für die weitere Zusammenarbeit zu stellen.
 
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Inklusiver Fahrradausflug verbindet Menschen mit und ohne Behinderung

Am 17. Mai 2026 fand die erste gemeinsame Aktion des Fachbereichs Urlaub und Freizeit der Lebenshilfe Würzburg und des ADFC Würzburg/Kitzingen statt. Dank eines Rollstuhlfahrrads (Rollfiets), finanziert durch die Aktion Mensch, und eines gespendeten E-Bikes von Lucky Bike konnten auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität an der Tour teilnehmen.

Eine Gruppe von rund 30 fahrradbegeisterten Teilnehmenden mit und ohne Behinderung radelte gemeinsam auf dem Main- und Gaubahnradweg und legte dabei über sechzig Kilometer zurück. Eine Stärkung und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch gab es mittags im Brückenbaron in Bolzhausen.

Die Tour war Teil des Tourenprogramms 2026 des ADFC Würzburg/Kitzingen. Weitere gemeinsame Aktionen sind bereits in Planung.