Scheib für Leichte Sprache offenbart großen Bedarf an verständlichen Texten
Unter dem Motto „Schreib für Leichte Sprache“ nahmen Menschen und Einrichtungen aus ganz Deutschland teil und zeigten damit: Leichte Sprache fehlt noch immer in vielen Bereichen des täglichen Lebens.
Leichte Sprache ist eine stark vereinfachte Form des Deutschen, die einem festen Regelwerk folgt. Sie ermöglicht Millionen Menschen den Zugang zu Informationen und damit zu mehr Mitsprache und Selbstbestimmung im Alltag. Zur Zielgruppe der Leichten Sprache gehören beispielsweise Menschen mit Behinderungen, ältere Personen oder Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.
In den vergangenen Wochen haben Nutzer*innen von Leichter Sprache ihre Wünsche auf Aktions-Postkarten geschrieben, die vorab beim Büro für Leichte Sprache Würzburg bestellt werden konnten. Welche Texte soll es in Leichter Sprache geben? Die Antworten sind vielfältig: ein medizinischer Befund, ein Arbeitsvertrag oder auch ein Theaterprogramm. Besonders in den Bereichen Gesundheit, Wohnen, Arbeit sowie Kunst und Kultur gibt es einen großen Bedarf an verständlichen Texten.
Anschließend wurden die Postkarten an Behörden, Museen, Krankenkassen, Vereine und viele weitere Stellen verschickt, die oft schwer verständlichen Texte herausgeben. Die Postkarten-Aktion „Schreib für Leichte Sprache“ will Einrichtungen dazu motivieren, den Bedarf an Leichter Sprache ernst zu nehmen. Sie soll den Einrichtungen auch zeigen, welche konkreten Angebote in Leichter Sprache die Zielgruppe braucht, um teilhaben zu können. Für manche Einrichtungen ist die Aktion der erste Impuls, sich mit Leichter Sprache auseinanderzusetzen. Für andere ist sie der entscheidende Anstoß, um konkrete Angebote umzusetzen.
„Wir freuen uns sehr, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen aus ganz Deutschland an unserer Postkartenaktion teilnehmen und sich mit uns für Leichte Sprache stark machen“, sagen Elena Husel und Julia Bartenstein vom Büro für Leichte Sprache Würzburg. „Die rege Beteiligung macht den großen Bedarf an sprachlicher Barrierefreiheit deutlich.“

Foto: Torsten Repper